Schaukelbett

Diese kleinen Bettchen für Babys durften in keinem Bauernhaus fehlen. Die Kindersterblichkeit war hoch, aber die Geburtenrate ebenso. Das Wochenbett, die meist sechs Wochen nach der Geburt des Kindes, in denen die Geburtswunde ausheilen muss und in der immer etwas Blut fließen sollte, musste die frischgebackene Mutter streng liegend verbringen. Die Babys wurden von den anderen Haushaltsmitglidern versorgt, alle wohnten ja unter einem Dach. Damit das Kind schnell in den Schlaf fiel, wurde es sanft geschaukelt. Heutzutage kann man diesen beruhigenden Effekt im Auto beobachten. Interessant finde ich, dass die Kinder früher nicht von rechts nach links geschaukelt wurden, wie es in den modernen Schaukelbetten zu finden ist, sondern das Kind wurde über die Füße und den Kopf gewippt. Diese Bewegung entspricht viel eher dem Getragenwerden im Mutterleib.Der große Kasten unter dem Bett enthielt einen Leinensack mit Stroh, wie alle Betten im Haus, und unter der Strohmatratze eine auswechselbare Einlage aus Torf. Die Windeln waren nicht sehr saugfähig. Damit kein säurescharfes Pipi auf die Holzdielen tropfte, wurde das Torf in einer Schublade unter die Strohmatratze gelegt.

Das Schaukelbett auf dem Bild ist ein sehr stabiles Holzbettchen, das zusätzlich zu den Verbindungsstreben noch mit einem Kreuz zusammengenagelt ist. Auch das Kopf- und Fußteil sind sehr schön mit runden Verzierungen gearbeitet. Im Hintergrund sieht man den großen Wäscheschrank und links die Ecke der obligatorischen Holztruhe. Die Bodendielen sind glatt gewienert und sehr rutschig. (Wer das Bauernhofmuseum in Detmold schon einmal besucht hat, der weiß, wie rutschig diese Holzdielen sind!)

 

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